Projektbegleitung:
Begleitkommission
Bahnhofplatz Lenzburg

Aktuelle Situation

An seiner Sitzung Ende Mai 2012 diskutierte der Einwohnerrat intensiv über die Bewilligung des Projektierungskredits für die Neugestaltung des Bahnhofplatzes. Aufgrund der Diskussion und des eingereichten Rückweisungsantrages zog der Stadtrat die Vorlage zurück und gab sie in die Überarbeitung.

Für die Überarbeitung sollen die vorgebrachten Wünsche und Vorschläge der Ratsmitglieder geprüft werden und nach Möglichkeit ins Projekt einfliessen. Dafür schlug der Stadtrat die Bildung einer Begleitkommission Bahnhofplatz aus Vertreterinnen und Vertretern aller im Einwohnerrat vertretenen Parteien vor. Ebenso lud er Vertreterinnen und Vertreter von Pro Velo Region Lenzburg, von der regionalen Planungsgruppe Lenzburg-Seetal sowie der Verkehrskommission Lenzburg ein.

Ende August hat die Begleitkommission die erste Phase ihrer Arbeit abgeschlossen und ihre Bedingungen für die Neugestaltung des Bahnhofplatzes Lenzburg in Form eines Mitberichts formuliert. Der Bericht wurde am 4. September 2013 dem Stadtrat übergeben und diente als Basis für den Antrag des Projektierungskredits zuhanden der Einwohnerratssitzung vom 7. November 2013, welcher mit 34 zu 1 Stimmen gutgeheissen wurde. Somit kann die Projektierung nun starten.

Nach der klaren Zustimmung des Einwohnerrats zum Verpflichtungskredit für die Projektierung der Neugestaltung des Bahnhofplatzes Lenzburg im November letzten Jahres, nahm die Begleitkommission mit der Kick-off Sitzung vom 12. Februar 2014 nun die zweite Phase ihrer Arbeit in zum Teil neuer Zusammensetzung wieder auf.

Am 17. April 2014 wurde der Stadtrat von der SBB über die neusten Entwicklungen informiert: Das Bundesamt für Verkehr (BAV) verschärft überraschend die Bewilligungspraxis für den Sicherheitsnachweis. Die neuen Richtlinien schreiben aus Sicherheitsgründen breitere Perrons und grössere Gleisabstände vor. Die Konsequenz daraus ist, dass sich der für die Gleisanlagen benötigte Bereich voraussichtlich um einige Meter vergrössern wird. Platz, welcher unter anderem dem geplanten Busbahnhofprojekt abgeht. Siehe: SBB Lenzburg Publikumsanlagen

Für den Stadtrat, ebenso wie für die Begleitkommission kommt diese Wende sehr überraschend. Dies insbesondere, weil der Stadtrat von der SBB Mitte 2013 eine schriftliche Bestätigung über die von der SBB geplanten Massnahmen gefordert und auch erhalten hatte. Diese Bestätigung sollte die notwendige Planungssicherheit gewährleisten und war im vergangenen November eine der wesentlichen Voraussetzungen für das Ja des Einwohnerrats zum Projektierungskredit. Umso grösser ist jetzt die Irritierung ob den neusten Entwicklungen.

Für den Stadtrat und für die Begleitkommission ist klar: Mit den reduzierten Platzverhältnissen wird das Projekt «Loop» nicht mehr weiterverfolgt und die Gesamtplanung muss zurück auf Feld 1.

Nach den Sommerferien wird der Stadtrat Lenzburg die Bevölkerung detailliert über die überraschende Kehrtwende und das weitere Vorgehen informieren. Bis Ende 2014 soll das Projekt «Loop» abgeschlossen sein. Die neue Projektplanung soll bis nach den Sommerferien 2014 terminiert sein und sieht die Erarbeitung des Richtplans ab Ende 2014 bis und mit 2015 vor.

Oberste Priorität hat aber die Umsetzung der Verbesserungsmassnahmen, welche ab ca. Mitte 2015 am Bahnhof sichtbar werden sollen.

Nachdem im Mai des letzten Jahres das Projekt Loop ein jähes und unerwartetes Ende gefunden hat, sind am Montag 10. November 2014 die Bauarbeiten zur Realisierung der Sofortmassnahmen gestartet. Im Zentrum steht die Installation einer zusätzlichen Buskante auf dem Vorplatz der Seetalbahn, die eine markante Erhöhung der Sicherheit zu Stosszeiten nach sich ziehen soll.

Dass es zu Spitzenzeiten am Busbahnhof auf dem Bahnhofplatz Lenzburg sehr eng wird, ist hinlänglich bekannt. Auf Grund der beschränkten Platzverhältnisse können die Busse nicht oder nur teilweise die vorgesehenen Buskanten anfahren und der Perron ist mit den wartenden Fahrgästen stark überfüllt. Dem soll jetzt als Sofortmassnahme mit einer zusätzlichen Buskante auf dem Vorplatz der Seetalbahn Abhilfe geschaffen werden. Von dort werden die beiden Linien 392 und 393 in Richtung Stadt losfahren und so die bestehende Buskante um rund 600 Fahrgäste pro Tag (entspricht 15-20% des Tagesvolumens) entlasten. Zusätzlich wird der Platz wie bisher auch Raum für wartende Busse bieten. Diese Lösung wurde in enger Zusammenarbeit mit der RBL entwickelt, welche eine sehr ähnliche Variante schon im Mai des letzten Jahres an die Stadt adressiert hatte. Siehe:
Schematische Darstellung der neuen Situation am Bahnhof Lenzburg.

In der Begleitkommission, welcher die Sofortmassnahme vorgestellt wurde, fand die Sofortmassnahme breite Zustimmung und man freut sich sehr über die schnelle Umsetzung, welche den Fahrgästen zu Gute kommen wird. Die weitere Entwicklung vom Provisorium bis zur Neukonzeption wird die Kommission sehr genau beobachten und entsprechend eng begleiten.

Nun sind die Bauarbeiten zur Realisierung der Sofortmassnahmen bereits früher abgeschlossen als geplant. Die Arbeiten hatten am 10. November begonnen und konzentrierten sich vor allem auf die Erstellung von neuen Buskanten, auf das Versetzen von Kandelabern und Signalisationen sowie auf Belagsarbeiten. Ziel war, die neuen Buskanten bis zum Fahrplanwechsel vom 14. Dezember fertig zu stellen. Umso erfreulicher ist es, dass die zusätzlichen Buskanten auf dem Vorplatz der Seetalbahn bereits per 10. Dezember in Betrieb genommen werden können. Folgende Linien fahren ab sofort ab der provisorischen Haltestelle an der Bahnhofstrasse, Seite Seetalbahn:

389 Lenzburg - Seon Birren - Seon Bahnhof
392 Lenzburg - Ammerswil - Dintikon
393 Lenzburg - Othmarsingen - Mägenwil

Als erfolgreiche Sofortmassnahme wurde im Dezember 2014 eine zusätzliche Buskante für die Linien 389, 392 und 393 in Betrieb genommen. Am 29. März starteten die zweimonatigen Bauarbeiten für das Bushof-Provisorium. Die Inbetriebnahme der zwei neuen Bushalstellen mit Perrons ist auf Ende Mai 2016 geplant und überbrückt die Wartezeit bis zum Neubau. 

Das Provisorium wird auf eine Haltbarkeit von 6 - 10 Jahren ausgelegt und wird die Sofortmassnahmen mit einbeziehen. So lange wird es dauern, bis frühestens ab 2020 mit der Realisation der Neukonzeption des Bahnhofs / Bahnhofplatzes begonnen werden kann.

Situationsplan Bushof-Provisorium Lenzburg

Am 1. Juni weihten der Lenzburger Stadtrat gemeinsam mit den Projektverantwortlichen die neuen Buskanten am Bahnhofplatz Lenzburg ein. Zwei Monate dauerte die Bauzeit für das Provisorium, welches zur Überbrückung der Phase bis zur definitiven Umgestaltung erbaut wurde. Das Provisorium sorgt für eine sofortige Verbesserung der Situation für die Reisenden.  Zur Information und Orientierung der ÖV-Nutzer wurden am Morgen des 1. Junis Flyer mit einem Situationsplan verteilt. Des Weiteren weisen Plakate auf die veränderte Situation hin.

Flyer Neue Buskanten

Die notwendigen Studien für die Entwicklung des Bahnhofs sind zurzeit in Erarbeitung. Die verschiedenen Möglichkeiten zur Neugestaltung werden analysiert und weiterentwickelt.